Bürgerkrieg betrifft auch Menschen in Frankophonen Regionen

Ich bin ein Bürger Kameruns aus der Nordwest-Region stammend, und arbeite seit vielen Jahren in der West-Region (frankophon).

Der Autor ist persönlich bekannt. Aus Sicherheitsgründen veröffentlichen wir keine Namen.
  • Ich habe Anfang Oktober 2018 meine Mutter verloren und musste deshalb mit einer Gruppe von acht Familienangehörigen nach Hause reisen, um die Formalitäten und Vorbereitungen für die Beerdigung zu erledigen. Wir waren sechs Frauen, mein Sohn und ich, den größten Teil der Strecke legten wir auf Motorrad-Taxis zurück, denn die Straßensperren waren überall, was uns zusätzliche Kosten verursacht hat.
  • Auf dem Weg wurden wir ständig angehalten, entweder von Amba (Unabhängigkeits-)Kämpfern, oder von Militärangehörigen der Republik Kamerun (BIR – Brigade Intervention Rapide). Wir waren überrascht vom Verhalten der beiden Streitkräfte. Während die Unabhängigkeitskämpfer uns befragten und vorwarfen, was uns denn einfiele, in solch einer unsicheren Zeit zu reisen, aber auch Orientierung wie wir am besten durch kämen, erhielten wir von den Militärs Drohungen in Form von Gewehrkugeln, die über unsere Köpfe pfiffen und immer näher kamen.
  • Dann wurden wir von den BIR’s angehalten und festgesetzt. Sie brachten uns in die Ndu Polizei Station und klagten uns an, wir seien Terroristen. Nachdem sie uns fünf lange Stunden festgehalten hatten, ließen sie uns endlich gehen, aber nicht, bevor ich ein Lösegeld von 30.000 CFA (20 Tagelöhne, ca 50 EUR) bezahlt hatte.
  • Ich weiß bis heute nicht, was aus den vier Motorrad-Taxifahrern wurde, die uns von Kumbo aus transportiert haben. Sie blieben weiter in Gewahrsam der Soldaten und Polizisten, die sich taub stellten, obwohl ich ihnen ihre Unschuld mehrfach versicherte. Unser Weg führte uns von Misaja Subdivision in die Donga-Mantung Division.
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