Alle 78 Schüler und der Fahrer sind frei!

https://www.tagesschau.de/ausland/kamerun-schueler-entfuehrung-103.html

Aufatmen am Morgen. Heute früh um 6 Uhr kam die erlösende Nachricht, dass alle Schülerinnen und Schüler einschließlich des Fahrers befreit sind! Der Schuldirektor und ein Lehrer sind jedoch noch in der Hand der Entführer, deren Identität bis jetzt nicht geklärt ist. Es wird dazu aufgerufen, für die beiden zu beten. Die Schüler werden in Bamenda betreut.

In der ARD wird der Moderator der PCC, Rt. Rev. Samuel Fonki Forba, mit den Worten zitiert: „Die Kirche werde ihre Schulen in der Region aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres schließen. Wir haben die Eltern angerufen und ihnen gesagt, dass sie ihre Kinder jetzt wieder nach Hause mitnehmen können.“ Das bedeutet einen weiteren Rückschlag im Bemühen der kirchlichen Schulen im Anglophonen Kamerun, den Kindern und Jugendlichen trotz der politischen Krise eine gute Schuldbildung zu ermöglichen. Kinder, die seit über zwei Jahren nicht zur Schule gehen können und Jugendliche, denen damit der Zugang zu den Abschlussprüfungen und zur Universität verwehrt ist, gehören zu den am nachhaltigsten Betroffenen Opfern dieses unsäglichen Bürgerkriegs.

Message des Moderators:
„Praise God 78 children and the driver have been released. The Principal and one Teacher are still with the kidnappers. Let us keep praying. For now we still do not know the kidnappers until we interview the students.“

Wer sind die Täter?
Dazu gibt es im Netz eine intensive Diskussion. Die Regierung schiebt die Schuld auf die Separatisten, die Separatisten verdächtigen die Regierung. An Spekulationen beteiligen wir uns nicht. Doch es scheint überlegenswert, was eine reflektierte Stimme aus Kamerun dazu sagt:

„Die gesamten Umstände der Entführung lassen eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu. Der kamerunische Staat mit seinen Sicherheitskräften war entweder direkt oder indirekt an der Entführung beteiligt. Schauen wir uns die Verhältnisse in Bamenda an:

  1. Die Schule wird wie alle anderen Internatsschulen permanent durch die Armee bewacht
  2. Die ganze Stadt ist voll mit Armee, Gendarmerie und Polizei
  3. Es gibt über das gesamte Stadtgebiet Kontrollpunkte der Armee, insbesondere an den Einfallstraßen
  4. Es gibt eine nächtliche Ausgangssperre
  5. Für die Entführung einer solchen Größenordnung bedarf es einer gut geplanten Logistik inklusive große Busse oder LKW

Unter diesen Umständen ist es eher unwahrscheinlich, dass lokale Amba Boys zu solch einer Aktion in der Lage sind. Ein Schulgelände ist relativ abgeschottet, dennoch scheint es kaum möglich, 80 Menschen unbemerkt zu entführen. Ein pikantes Detail ist das Video der ersten Entführung vom 31.10. Der Entführer spricht ein sehr schlechtes Pidgin Englisch mit französischen Akzent. Der Blogger Boris Bertold identifizierte den Mann als einen Angehörigen der Armee aus der Centre Region.“ Sein Name wird mit Mr. Mveng Armel Rostand angegeben.

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