Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo (NW)

Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo

BBC. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei einem Angriff auf ein Dorf im Nordwesten Kameruns mindestens 22 Menschen getötet. Über die Hälfte der in Ntumbo Getöteten waren Kinder, und lokale Medien berichten, dass mehrere Opfer lebendig verbrannt wurden. Niemand hat die Verantwortung für den Vorfall am Freitag übernommen, aber eine der Oppositionsparteien beschuldigte die Armee. Die kamerunische Regierung, die seit mehr als drei Jahren gegen Separatisten in der Region kämpft, bestritt die Beteiligung an dem Angriff. James Nunan, ein Beamter der humanitären Koordinationsagentur der Vereinten Nationen (OCHA) bestätigte der BBC, dass eine schwangere Frau unter den Getöteten sei. Vierzehn Kinder, darunter neun unter fünf Jahren, seien ebenfalls unter den Toten, sagte er. Nunan sagte, der Vorfall habe die lokale Bevölkerung „erschreckt“. „Wer immer die Aggressoren sind, sie haben Drohungen ausgesprochen, dass noch mehr Gewalt bevorsteht“, sagte er. „Die Leute, mit denen wir gesprochen haben, sind extrem traumatisiert und hätten sich so eine Eskalation nicht vorstellen können.“ In einer Erklärung machte eine der wichtigsten Oppositionsparteien des Landes – die Bewegung für die Wiedergeburt Kameruns – das „diktatorische Regime“ und den Chef der kamerunischen Sicherheitskräfte für den Angriff verantwortlich. Agbor Mballa, eine führende Figur in der Separatistenbewegung, ist ebenfalls der Auffassung, dass „staatliche Verteidigungskräfte verantwortlich sind“. Ein Armeebeamter, der von der Nachrichtenagentur AFP zu dem Vorfall befragt wurde, wies die Anschuldigungen ohne weitere Angaben als „falsch“ zurück.

Der Konflikt konzentriert sich auf die Provinzen Südwest und Nordwest in Kamerun, wo der Großteil der Bevölkerung aufgrund alter kolonialer Beziehungen zu Großbritannien Englisch spricht. Bewaffnete Separatistengruppen entstanden 2017 als Reaktion auf das gewalttätige Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Proteste. Separatisten haben die Unabhängigkeit für einen neuen Staat erklärt, den sie Ambazonia nennen, aber Kameruns Präsident Paul Biya hat die Gruppen als „Terroristen“ bezeichnet. Seit Ausbruch der Kämpfe sind mehr als 3.000 Menschen gestorben, und mindestens 700.000 Menschen wurden bereits aus ihren Häusern vertrieben. Kameruns Regierung wurde wiederholt Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, US-Präsident Donald Trump hat daraufhin das Land von bestimmten Handelsprogrammen mit Amerika ausgeschlossen. Die Regierung sagt, Separatisten hätten Dutzende Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet, aber es gibt keine offiziellen Zahlen für Zivilisten und Separatisten, die von Regierungskräften getötet wurden.

Übersetzung © Johannes Stahl

Originalbericht auf https://www.bbc.com/

Weitere Quellen:

https://www.france24.com/en/20200217-at-least-22-killed-in-attack-on-village-in-northwest-cameroon

https://www.thenational.ae/world/africa/cameroon-massacre-14-children-among-22-dead-in-anglophone-region-1.980295

https://www.arabnews.com/node/1628871/world

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