O komm, Du Geist des Friedens

Pfingsten 2019 in Deutschland und in Kamerun. Fast genau ein Jahr ist „Brennpunkt Kamerun“ online. Wer steht hinter dem Informationsdienst und was ist die Motivation?

„Ist es wirklich erst ein Jahr, dass wir mit dem Brennpunkt online sind?“, fragt Pfarrer Johannes Stahl, Initiator und Redakteur des Online-Informationsdienstes. „Mehrere Bezirkssynoden und Tausende mit Ihrer Unterschrift unterstützen den Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit, das ist ein großartiger Erfolg“. Hauptamtlich arbeitet Stahl als Partnerschaftskoordinator und Bildungsreferent für Südsudan, Nigeria und Kamerun für die Basler Mission Deutschland in der EMS Stuttgart. Großteils ehrenamtlich kümmert er sich um seriöse Informationen aus dem anglophonen Teil Kameruns, denn „Wahrheit sei das erste Opfer des Krieges“. Dabei ist es Stahl wichtig, nicht parteiisch aufzutreten, sondern für gewaltfreien Dialog und friedensfördernde Maßnahmen. „Die Nachrichten in den Social Media überschlagen sich. Aber vieles sind Fake News, die wir sortieren und klären müssen, alles andere wäre verantwortungslos“, sagt der Afrika-Referent der Basler Mission Deutschland. Eine Dienstreise als Partnerschaftspfarrer des ev. Kirchenbezirks Göppingen hat ihn 2010 erstmals in die ehemalige deutsche Kolonie geführt. „Wir haben den Menschen Kameruns gegenüber eine Verpflichtung aus der Geschichte. Dabei haben die Kamerun-Partnerschaften viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. Ohne die vielen Kamerun-Freunde aus den zahlreichen Direktpartnerschaften in Baden, Württemberg und Hessen wäre so ein Online Informationsdienst gar nicht möglich.“ Entscheidend aber seien die Kontakte im Land, BrennpunktKamerun lebe von Augen- oder Ohrenzeugen. Ein sehr zuverlässiges Netzwerk sind die Kirchen, allen voran die Basler Partnerkirche Presbyterian Church in Cameroon (PCC), der Stahl durch viele Besuche und Gegenbesuche verbunden ist. Durch die Krise im Anglophonen haben sich auch Kontakte zu den Katholiken und Baptisten intensiviert, so unterhält beispielsweise das Bistum Limburg seit vielen Jahrzehnten eine lebendige Partnerschaft zur Diözöse Kumbo. „Das ist das einzig Gute, was ich der Katastrophe abgewinnen kann“, meint Stahl: „Dass wir in Deutschland und der Schweiz jetzt intensiver zusammen arbeiten und uns austauschen, ist ein Gewinn.“ So komme etwa der Rechtsanwalt Dr. Agbor Balla, der am 23. März 2019 in Stuttgart den Anstoß zur aktuellen Unterschriftenaktion „Frieden durch Gerechtigkeit“ gab, am 12. Juni in die Schweiz. „Als Basler Mission sind wir seit 200 Jahren gewohnt, grenzüberschreitend zu arbeiten. Das zahlt sich bis heute aus.“ Pfingsten ist das Fest des grenzüberschreitenden Verstehens, das gibt den Christinnen und Christen in Kamerun ebenso Hoffnung wie in Deutschland und der Schweiz. „Ich gebe die Hoffnung für Frieden in Kamerun nicht auf“. Damit, ist sich Stahl sicher, ist er nicht allein.

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