Brennpunkt . Kamerun……………

Präsident Macron: ich weiß, was im Anglophonen passiert. Kamto ist frei, weil wir Druck machen auf Biya

Eines der ganz seltenen Interviews mit Präsident Macron zum anglophonen Konflikt in Kamerun, zu Demokratie und dem Einfluss von Frankreich auf die Machthaber in Kamerun. Transkribiert und übersetzt von Noémi Böttcher, die darauf hinweist, dass in dem Stimmengewirr leider nicht alles zu verstehen ist. Entsprechend ist die Übersetzung unvollständig und ohne Gewähr.

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Tag der Fürbitte für die Opfer des Massakers in Ngarbuh

Bischof George (DC Kumbo) ruft zu einem Tag des Gebets und der Trauer am Freitag, den 21. Februar im gesamten Bistum Kumbo auf. Hier das Schreiben des Bischofs.
Auch das Bistum Limburg möchte ein Zeichen der Solidarität setzen und der Opfer gedenken. Wir bitten Sie, die Betroffenen in das persönliche Gebet einzuschließen oder auch für sie im Gottesdienst zu beten. Auf Initiative der Abteilung Weltkirche findet am Freitag, den 21. Februar um 12.30 Uhr ein Friedensgebet in der Stadtkirche Limburg statt. Sie sind herzlich eingeladen teilzunehmen.

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Katholische Bischöfe drängen Kamerun zu Gesprächen mit den Separatisten

Der Text des offenen Briefes der Bischöfe lautet wie folgt:

Sehr geehrter Herr Präsident Biya,

Wir, die unterzeichnenden römisch-katholischen Bischöfe aus aller Welt, schreiben Ihnen, um Ihre Regierung respektvoll aufzufordern, an den von der Schweiz geführten Friedensgesprächen teilzunehmen. Die Gespräche zielen einzig und allein darauf, die Gewalt in den beiden Regionen Nordwest und Südwest in Kamerun zu beenden.

Wir betonen: wir sind unparteiisch. Wir sind motiviert von der Sorge um das Leiden von unbewaffneten Zivilisten und um die Stabilität und den Wohlergehen Kameruns. Gewalt und Gräueltaten aller Seiten haben mehr als 656.000 anglophone Kameruner aus ihren Häusern vertrieben und 800.000 Kinder aus der Schule (darunter 400.000 aus katholischen Schulen) ausgeschlossen. Sie sind verantwortlich für 50.000 vertriebene Anglophone in Nigeria, für Hunderte von zerstörten Dörfern und für mindestens 2.000 Todesopfer. Jedes dieser Leben ist kostbar, wir trauern um sie und möchten verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben. Es wird für keine Seite einen militärischen Sieg geben. Eine dauerhafte Lösung für Kameruns Probleme kann nur aus einem vermittelten Gesprächsprozess erwachsen, der anglophone bewaffnete Separatistengruppen ebenso einbezieht wie die gewaltfreien Führer der Zivilgesellschaft. Wenn sich alle Parteien so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten, dann ist eine Lösung möglich.

Wir begrüßen den sogenannten großen nationalen Dialog der kamerunischen Regierung vor einigen Monaten. Die Gewalt wurde jedoch nicht gestoppt. Wir glauben, dass die vorgeschlagenen Schweiz-geführten Gespräche den besten Weg bieten zu einer angemessenen politischen Lösung durch integrative Verhandlungen. Der Erfolg dieser Gespräche wird von entscheidender Bedeutung sein für den Weg Kameruns zur Gewährleistung des Friedens und Ihres Erbes als eines wirksamen Führers in einer unruhigen Region. Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass alle interessierten Stakeholder an diesen Gesprächen teilnehmen und einen Geist der Zusammenarbeit, des Pragmatismus und des Realismus zeigen, um sicherzustellen, dass diese Verhandlungen von Erfolg gekrönt werden. Dies ist es, was die Menschen in Kamerun, Ihre Söhne und Töchter, Gottes Kinder, erwarten und verdienen. Nur wahrer Frieden wird allen katholischen Diözesen, Kliniken und Schulen, gesegneten Gemeindemitgliedern und Bürgern im Anglophonen dienen, um wieder sicher in Kamerun zu leben.

Hochachtungsvoll,

Bischof Siegfried Jwara, Apostolisches Vikariat, Ingwavuma, Kwa Zulu-Natal, Südafrika

Bischof John Keenan, Diözese Paisley, Schottland

Bischof Noel Simard, Diözese Valleyfield, Quebec, Kanada

Der ehrwürdigste Charles Hammawa Jalingo, Diözese des Staates Tabara, Nigeria

Bischof Mark Davies, Diözese Shrewsbury, England

Erzbischof Peter Loy Chong, Erzdiözese Suva, Fidschi

Bischof Bart van Roijen, Diözese Corner Brook und Labrador, Kanada

Bischof Thomas R Zinkula, Diözese Davenport, Iowa, USA

Bischof Terence Drainey, Diözese Middlesborough, England

Bischof Antonio R Tobias, emeritierter Novaliches, Philippinen

Bischof Albert Thevenot, Diözese von Prinz Albert, Saskatchewan, Kanada

Bischof Ray Browne, Diözese Kerry, Irland

Bischof Jose Cabantan, Diözese Malaybalay, Philippinen

Kardinal Soane Patita Mafi, Diözese Tonga, Südpazifik

Erzbischof Donald Bolen, Erzdiözese Regina, Saskatchewan, Kanada

Bischof Alphonsus Cullinan, Diözese Waterford et Lismore, Irland

cc: Seine Heiligkeit Papst Franziskus

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Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo (NW)

Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo

BBC. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei einem Angriff auf ein Dorf im Nordwesten Kameruns mindestens 22 Menschen getötet. Über die Hälfte der in Ntumbo Getöteten waren Kinder, und lokale Medien berichten, dass mehrere Opfer lebendig verbrannt wurden. Niemand hat die Verantwortung für den Vorfall am Freitag übernommen, aber eine der Oppositionsparteien beschuldigte die Armee. Die kamerunische Regierung, die seit mehr als drei Jahren gegen Separatisten in der Region kämpft, bestritt die Beteiligung an dem Angriff. James Nunan, ein Beamter der humanitären Koordinationsagentur der Vereinten Nationen (OCHA) bestätigte der BBC, dass eine schwangere Frau unter den Getöteten sei. Vierzehn Kinder, darunter neun unter fünf Jahren, seien ebenfalls unter den Toten, sagte er. Nunan sagte, der Vorfall habe die lokale Bevölkerung „erschreckt“. „Wer immer die Aggressoren sind, sie haben Drohungen ausgesprochen, dass noch mehr Gewalt bevorsteht“, sagte er. „Die Leute, mit denen wir gesprochen haben, sind extrem traumatisiert und hätten sich so eine Eskalation nicht vorstellen können.“ In einer Erklärung machte eine der wichtigsten Oppositionsparteien des Landes – die Bewegung für die Wiedergeburt Kameruns – das „diktatorische Regime“ und den Chef der kamerunischen Sicherheitskräfte für den Angriff verantwortlich. Agbor Mballa, eine führende Figur in der Separatistenbewegung, ist ebenfalls der Auffassung, dass „staatliche Verteidigungskräfte verantwortlich sind“. Ein Armeebeamter, der von der Nachrichtenagentur AFP zu dem Vorfall befragt wurde, wies die Anschuldigungen ohne weitere Angaben als „falsch“ zurück.

Der Konflikt konzentriert sich auf die Provinzen Südwest und Nordwest in Kamerun, wo der Großteil der Bevölkerung aufgrund alter kolonialer Beziehungen zu Großbritannien Englisch spricht. Bewaffnete Separatistengruppen entstanden 2017 als Reaktion auf das gewalttätige Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Proteste. Separatisten haben die Unabhängigkeit für einen neuen Staat erklärt, den sie Ambazonia nennen, aber Kameruns Präsident Paul Biya hat die Gruppen als „Terroristen“ bezeichnet. Seit Ausbruch der Kämpfe sind mehr als 3.000 Menschen gestorben, und mindestens 700.000 Menschen wurden bereits aus ihren Häusern vertrieben. Kameruns Regierung wurde wiederholt Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, US-Präsident Donald Trump hat daraufhin das Land von bestimmten Handelsprogrammen mit Amerika ausgeschlossen. Die Regierung sagt, Separatisten hätten Dutzende Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet, aber es gibt keine offiziellen Zahlen für Zivilisten und Separatisten, die von Regierungskräften getötet wurden.

Übersetzung © Johannes Stahl

Originalbericht auf https://www.bbc.com/

Weitere Quellen:

https://www.france24.com/en/20200217-at-least-22-killed-in-attack-on-village-in-northwest-cameroon

https://www.thenational.ae/world/africa/cameroon-massacre-14-children-among-22-dead-in-anglophone-region-1.980295

https://www.arabnews.com/node/1628871/world

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Online-Petition: Gerichtsverhandlung Wilfried Siewe in Kamerun am 7. Februar 2020

Unsere Hoffnung, dass mit den Petitionsübergaben an Botschafter Stell in Hamburg und den Referatsleiter für Internationales Strafrecht, Herrn Hurnaus, in Berlin endlich Bewegung in Wilfrieds Fall kommt hat sich leider nicht bestätigt.

Ich habe mich zwischenzeitlich per Post an Bundesaußenminister Heiko Maas gewandt sich für die Freilassung Wilfrieds aktiv einzusetzen. Leider kam keine Antwort von Herrn Maas, sondern lediglich ein Schreiben aus dem Referat Internationales Strafrecht. Der Minister wisse von Wilfrieds Fall. Im Kern sagt der Brief jedoch, dass die von der BRD bisher geleistete konsularische Betreuung alles ist was derzeit getan werden kann und man warte den Gerichtstermin am 07.02.2020 ab.

1 Jahr warten wir bereits auf Wilfrieds Freilassung…

Vor Weihnachten haben wir mit einer Mahnwache vor dem Rathaus in Erlangen erneut auf Wilfrieds Situation aufmerksam zu machen. Der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Florian Janik, hat eine kurze Rede gehalten und sich mit uns solidarisch gezeigt. Vor allem die Feiertage waren sehr schwer ohne Wilfried.

Bitte teilt die Petition weiterhin: change.org/wilfried

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

Eure Layoko und Wilfrieds Freunde

Hintergrund und weitere Informationen:

https://www.frankenfernsehen.tv/mediathek/video/erlanger-in-kamerun-verhaftet-familie-und-freunde-kaempfen-fuer-wilfried-siewes-freiheit/

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Hunderte junger Männer vorsorglich in Gewahrsam – gegen „Kaution“ frei

Dienstag, 04.02.2020. Buea. Nach übereinstimmenden Berichten wurden heute in der Region Südwest Hunderte von Jungen Männern aus Muyuka, Ekona, Inkanta, Muea, Buea Town und benachbarten Dörfern zusammengetrieben und in verschiedenen Polizeistationen und Militärkasernen festgesetzt. Gegen Zahlung einer „Kaution“ zwischen 20 und 50 Tausend CFA (10-30 Tageslöhne, ca. 30-75 €) können sie freikommen.

Wie die zuverlässigen Quelle https://mimimefoinfos.com/ berichtet, haben Ambazonia-Kämpfer im Blick auf die anstehende Doppelwahl einen Generalstreik (Ghost town) angekündigt, der ab Freitag 7. Februar in den Regionen Nordwest und Südwest in Kamerun wirksam wird. Die Sperre soll die für den 9. Februar geplante Doppelwahl (twinvote) stören. Diese Drohungen und sogar Fälle von Folter haben jedoch die meisten Parteien nicht abgehalten, an den Wahlvorbereitungen teilzunehmen. Nur Tage vor der Wahl sollen in verschiedenen Teilen der unruhigen anglophonen Regionen massive Verhaftungen stattgefunden haben (siehe oben). In Wotutu in der Region Südwesten sollen nach den Worten eines Beobachters über 300 junge Männer festgenommen und weggebracht worden sein. „Die Suche nach jungen Männern geht noch weiter“, fügte er hinzu. Ähnliche Verhaftungen sollen auch in anderen Gegenden wie Kumbo in der Division Bui vorgenommen worden sein, nur wenige Tage nachdem Hunderte junger Männer in Bamenda ebenfalls verhaftet worden waren.

Gleichzeitig versuchen viele Einwohner im Anglophonen, ihre Heimat vor den Wahlen und befürchteten Unruhen zu verlassen. Für einen Passagier aus Bamenda ist „der Aufenthalt am Wahltag in der Stadt ein Risiko, das niemand gerne eingeht. Das Militär kann Sie an diesem Tag beschützen, aber was passiert danach, wenn Sie mit den Separatisten allein sind? Das Beste ist also, jetzt zu fliehen.“

Die massive Abwanderung von Menschen aus dem Nordwesten wirft Fragen auf. Die Bevölkerung fühlt sich nicht sicher und fragt sich, wen das vor kurzem von der Regierung im Nordwesten und Südwesten eingesetzte Militär eigentlich schützt.

Mimi Mefo Info.

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Heute war ein schwarzer Tag für die Menschen in Owe / SW Kamerun

Die Region Südwest (SW, französisch: Région du Sud-Ouest) ist eine Region in Kamerun, Hauptstadt ist Buea. 2015 hatte SW etwa 1.553.000 Einwohner. Zusammen mit der Nordwestregion ist es eine der beiden englischsprachigen Regionen Kameruns. Zu SW gehören Fako, Koupé-Manengouba, Lebialem, Manyu, Meme und Ndian. Die Region war bekannt für die erste englischsprachige Universität in Kamerun (University of Buea). Owe (Fako North Presbytery) liegt in der Nähe von Buea und hat ein gemäßigtes Klima. Quelle: Wikipedia

„Heute (Sonntag 2. Februar 2020) war ein schlechter Tag für unseren Ort. Um 5 Uhr morgens marschierte das Militär in Owe ein, verhaftete die meisten Jugendlichen und ließ sie mit Macheten schlagen. Sie brachen in mehrere Häuser ein und plünderten die wertvollsten Gegenstände. Dann zog das Militär nach Ikata, wo dasselbe passierte, aber noch schlimmer: einige Zivilisten wurden getötet, mindestens ein Haus brannte ab samt dem wertvollen Fahrrad des Schatzmeisters unserer Kirche. Die gesamte Bevölkerung von Owe und Ikata hat sich in den Regenwald gerettet. Wie lange soll das dauern? Herr, erbarme dich.
Aber wir haben das nackte Leben gerettet, heute Gottesdienst mit ein paar mutigen Frauen, jetzt sind wir zu Hause.“

Nachtrag 04.02: „Inzwischen sind zwei Drittel der Bevölkerung aus Owe geflohen.“

Dienstag, 28. Januar: „Das Militär ist um 3 Uhr morgens auf der Suche nach Amba Kämpfern in Owe eingedrungen, die Einwohner sind in die Wälder geflüchtet. Das Militär bricht jetzt im Nachbarort Ikata in die Häuser ein.“

BERICHT von den Partnern des Kirchenbezirks Lörrach (Südbaden) in SW Kamerun. Der Partnerbezirk in Kamerun ist die Presbytery Dikome.

Foto: https://www.revolvy.com/page/Dikome%252DBalue Mount Rata in den Rumpibergen

Von dort erreichen uns erschreckende Zahlen (Stand Januar 2020):

Anzahl der verbrannten Häuser: 604 Details: Big Ngbandi 305, Bakumba 88, Mofako Butu 73, Lokando One 8, Ileh 4, Dikome Balue 1, Kumbe Balue 47, Kotto Balue 1, Ikoi Ngolo 23, Ikoti Ngolo 25, Toko Ngolo 6 , Matoh Town 1, Mofako Meteke 18 und Masaka Essomba 4.

Insgesamt 659 betroffene Familien. 218 Kinder haben einen Elternteil verloren oder beide. Die Krise ist ursächlich für 123 Witwen im Kirchenbezirk. Die Anzahl der Binnenvertriebenen im Kirchenbezirk beträgt ungefähr 700. Die leben bei Verwandten. Doch das funktioniert nicht auf Dauer. Viele sind gezwungen, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren, doch aufgrund fehlender Kapazitäten können die meisten dieser Dörfer diesen Zustrom nicht aufnehmen. Einige werden vielleicht nie mehr zurückkehren, weil ihre Häuser niedergebrannt, Farmen beschlagnahmt, das Leben bedroht, die Auswirkungen und Erinnerungen an ihre Angehörigen noch sehr frisch sind, besonders die Art, wie sie getötet, missbraucht, vergewaltigt, gefoltert oder verstümmelt wurden. Über 3.000 Menschen leben im Regenwald verstreut, hauptsächlich aus den Dörfern unseres Kirchenbezirks Dikome Balue und Toko Ngolo, zwei Verwaltungsbezirke, aus denen das Volk aus Angst vor Unsicherheiten des Militärs vollständig geflüchtet ist. Andere Orte wie Mofako Butu, Bakumba, Ikoi Ngolo und Ikoti Ngolo sind menschenleer, weildie Dörfer zu 75 Prozent oder ganz verbrannt sind.

Foto: privat
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