Brennpunkt . Kamerun……………

Covid 19-Krise: hat Kamerun eine Chance?

Eigentlich hat Kamerun keine Chance, meint der renommierte Afrika-Korrespondent Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau. Aber die Menschen Kameruns haben jede Chance verdient.

Foto (c) privat. Was nützen alle Apelle und die große Bereitschaft der Bevölkerung zum Händewaschen, wenn kein Wasser aus den Leitungen kommt – so wie in Tiko (SW) letzte Woche…
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Auf Gemeinschaft setzen: Afrikas ganz eigener Weg in der Corona-Krise

Von Gioia Forster, dpa

In Afrika breitet sich das Coronavirus langsamer aus als andernorts. Doch die Länder leiden stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Gegenmaßnahmen. Die Umstände sind einzigartig – und so muss der Kontinent im Kampf gegen die Pandemie besondere Lösungen finden.

Nairobi (dpa) – Seit dem ersten Corona-Fall in Afrika hängt die Pandemie wie ein Damoklesschwert über dem Kontinent. Die Infektionswelle werde Afrika härter treffen als jede andere Region, hieß es anfangs. Die Gesundheitssysteme sind schwach, die Regierungen arm. Doch Monate später haben sich viele der Annahmen nicht bewahrheitet. Staaten sind hart und entschlossen gegen Corona vorgegangen und das Virus breitet sich vergleichsweise langsam aus – gleichzeitig sind die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Maßnahmen vielerorts schlimm. Immer klarer wird: Corona in Afrika, das ist nicht zu vergleichen mit der Situation anderswo. Es braucht eigene Wege.

https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/auf-gemeinschaft-setzen-afrikas-ganz-eigener-weg-der-corona-krise-von-gioia-forster-dpa

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Wieder viele Tote durch Gewalt im Anglophonen

Bali (Northwest) kommt nicht zur Ruhe. Laut einer militärischen Erklärung vom Mittwoch, 17. Juni wurden in den letzten Tagen mindestens 24 mutmaßliche separatistische Kämpfer bei einer Reihe von Sicherheitsoperationen in der anglophonen Nordwestregion Kameruns getötet. Die bedeutendsten Zusammenstöße sollen in den Städten Bali, Batibo und Widikum ausgebrochen sein, als Soldaten Straßensperren beseitigten, die angeblich von Separatisten auf Strecken ins benachbarte Nigeria errichtet worden waren. Mindestens 13 mutmaßliche Separatistenkämpfer sollen bei der Operation getötet worden sein, wobei eine Reihe von Waffen beschlagnahmt und mehrere mutmaßliche Rebellenlager zerstört wurden. Obwohl kein Datum für die Operationen angegeben wurde, wird angenommen, dass sie einem Überfall auf die Stadt Mbokam in der Region Bui am Freitag, dem 12. Juni, gefolgt sind, bei dem 11 Menschen getötet wurden. Auch aus den südwestlichen Gebieten zwischen Kumba, Tombel und Buea wird regelmäßig von Toten berichtet.

Zwei unabhängige Quellen in Kamerun beschreiben die aktuelle Lage so:

  • Die Bemühungen der Regierung Biya um Verständigung und Ausgleich seien eher kosmetischer Natur. Unabhängigkeitskämpfer, Miltärangehörige und gewaltbereite Diebe bildeten eine aggressive Gemengelage:  Gewalt sei Teil eines unbarmherzigen Überlebenskampfes geworden und der Besitz einer Waffe mittlerweile eine Einkommensquelle. Wo Viele massiv um das Überleben kämpfen, rückten Ideologien und Utopien in den Hintergrund – es sei eine eigene Konfliktdynamik, die immer mehr den Charakter eines Bürgerkrieges entwickle.
  • COVD-19 wirke in Kamerun wie ein Negativ-Verstärker: vorhandene Ungerechtigkeiten,  Konflikte und bereits vorhandene Unsicherheiten würden noch einmal verstärkt. Zu COVID-19 gebe es viele Gerüchte (z.B. Ansteckungen könnten nur nachts passieren), die verunsichern und die Bekämpfung des Virus erschwerten. Dies wirkt sich aus in zunehmender existentieller Not. Immer größere Teile der Bevölkerung wüssten nicht mehr, wie sie am nächsten Tag ihre Familie ernähren sollen.
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Es ist eine furchtbar hässliche Zeit für Journalisten in Kamerun

Das kamerunische Militär bestätigte den Tod des TV Journalisten Samuel Wazizi. Er wurde nicht mehr gesehen, nachdem die Polizei ihn am 2. August 2019 festgenommen und an das Militärgefängnis überstellt hat. „Wir haben gefragt, ob er ein Verbrechen begangen hat“, wird sein älterer Bruder Abomo Henry Ngoga zitiert. „Sie sagten, er habe nichts getan – es sei nur eine Untersuchung.“

Jetzt wurde bekannt, dass der beliebte Journalist bereits am 17. August in Militärhaft starb. Die Regierung hielt es nicht für nötig, die Öffentlichkeit zu informieren. Erst hartnäckiges Nachfragen und intensive unabhängige Untersuchungen brachten die schreckliche Wahrheit ans Licht.

Samuel Wazizi war das Kürzel des Nachrichtensprechers Samuel Ajiekah Abuwe beim unabhängigen Chillen Muzik and Television (CMTV) in Kamerun.

(c) Mbuh Stella DW

Die Pidgin-Station befindet sich in Buea, der Hauptstadt der Region Südwesten Kameruns. Der Sender erreicht vornehmlich Bürgerinnen und Bürger, die in der anhaltenden blutigen anglophonen Separatistenkrise in Kamerun gefangen sind. Journalisten im instabilen englischsprachigen Südwesten und Nordwesten sind seit Jahren ein Ziel der frankophonen Zentralregierung unter Präsident Paul Biya in Jaunde. Auch aggressive Akte der anglophonen Separatisten zielen auf Journalisten in diesem Gebiet.

Mimi Mefo ist eine von vielen Journalisten, die in den letzten Jahren im zentralafrikanischen Land inhaftiert waren.

Mimi Mefo ist eine preisgekrönte kamerunische Journalistin und DW AfricaLink-Radiomoderatorin

Der Beruf birgt das Risiko, als Regimegegner zu gelten, denn es ist ein Regime, in dem Beamte diktieren wollen, was die Medien der Öffentlichkeit berichten. „Wenn Sie diese Linie nicht einhalten, werden Sie verhaftet und wegen Terroranschlägen angeklagt, insbesondere wenn das Gesagte nicht zugunsten des Regimes war.“

Danke an Jean Marie Ngong Song (in Bamenda, Kamerun) und Josephine Mahachi (DW), die zu diesem Artikel beigetragen haben.

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