Brennpunkt  .   Kamerun

Katholische Bischöfe drängen Kamerun zu Gesprächen mit den Separatisten

Der Text des offenen Briefes der Bischöfe lautet wie folgt:

Sehr geehrter Herr Präsident Biya,

Wir, die unterzeichnenden römisch-katholischen Bischöfe aus aller Welt, schreiben Ihnen, um Ihre Regierung respektvoll aufzufordern, an den von der Schweiz geführten Friedensgesprächen teilzunehmen. Die Gespräche zielen einzig und allein darauf, die Gewalt in den beiden Regionen Nordwest und Südwest in Kamerun zu beenden.

Wir betonen: wir sind unparteiisch. Wir sind motiviert von der Sorge um das Leiden von unbewaffneten Zivilisten und um die Stabilität und den Wohlergehen Kameruns. Gewalt und Gräueltaten aller Seiten haben mehr als 656.000 anglophone Kameruner aus ihren Häusern vertrieben und 800.000 Kinder aus der Schule (darunter 400.000 aus katholischen Schulen) ausgeschlossen. Sie sind verantwortlich für 50.000 vertriebene Anglophone in Nigeria, für Hunderte von zerstörten Dörfern und für mindestens 2.000 Todesopfer. Jedes dieser Leben ist kostbar, wir trauern um sie und möchten verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben. Es wird für keine Seite einen militärischen Sieg geben. Eine dauerhafte Lösung für Kameruns Probleme kann nur aus einem vermittelten Gesprächsprozess erwachsen, der anglophone bewaffnete Separatistengruppen ebenso einbezieht wie die gewaltfreien Führer der Zivilgesellschaft. Wenn sich alle Parteien so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten, dann ist eine Lösung möglich.

Wir begrüßen den sogenannten großen nationalen Dialog der kamerunischen Regierung vor einigen Monaten. Die Gewalt wurde jedoch nicht gestoppt. Wir glauben, dass die vorgeschlagenen Schweiz-geführten Gespräche den besten Weg bieten zu einer angemessenen politischen Lösung durch integrative Verhandlungen. Der Erfolg dieser Gespräche wird von entscheidender Bedeutung sein für den Weg Kameruns zur Gewährleistung des Friedens und Ihres Erbes als eines wirksamen Führers in einer unruhigen Region. Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass alle interessierten Stakeholder an diesen Gesprächen teilnehmen und einen Geist der Zusammenarbeit, des Pragmatismus und des Realismus zeigen, um sicherzustellen, dass diese Verhandlungen von Erfolg gekrönt werden. Dies ist es, was die Menschen in Kamerun, Ihre Söhne und Töchter, Gottes Kinder, erwarten und verdienen. Nur wahrer Frieden wird allen katholischen Diözesen, Kliniken und Schulen, gesegneten Gemeindemitgliedern und Bürgern im Anglophonen dienen, um wieder sicher in Kamerun zu leben.

Hochachtungsvoll,

Bischof Siegfried Jwara, Apostolisches Vikariat, Ingwavuma, Kwa Zulu-Natal, Südafrika

Bischof John Keenan, Diözese Paisley, Schottland

Bischof Noel Simard, Diözese Valleyfield, Quebec, Kanada

Der ehrwürdigste Charles Hammawa Jalingo, Diözese des Staates Tabara, Nigeria

Bischof Mark Davies, Diözese Shrewsbury, England

Erzbischof Peter Loy Chong, Erzdiözese Suva, Fidschi

Bischof Bart van Roijen, Diözese Corner Brook und Labrador, Kanada

Bischof Thomas R Zinkula, Diözese Davenport, Iowa, USA

Bischof Terence Drainey, Diözese Middlesborough, England

Bischof Antonio R Tobias, emeritierter Novaliches, Philippinen

Bischof Albert Thevenot, Diözese von Prinz Albert, Saskatchewan, Kanada

Bischof Ray Browne, Diözese Kerry, Irland

Bischof Jose Cabantan, Diözese Malaybalay, Philippinen

Kardinal Soane Patita Mafi, Diözese Tonga, Südpazifik

Erzbischof Donald Bolen, Erzdiözese Regina, Saskatchewan, Kanada

Bischof Alphonsus Cullinan, Diözese Waterford et Lismore, Irland

cc: Seine Heiligkeit Papst Franziskus

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Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo (NW)

Viele Kinder unter den 22 Opfern bei Angriff auf das Dorf Ntumbo

BBC. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei einem Angriff auf ein Dorf im Nordwesten Kameruns mindestens 22 Menschen getötet. Über die Hälfte der in Ntumbo Getöteten waren Kinder, und lokale Medien berichten, dass mehrere Opfer lebendig verbrannt wurden. Niemand hat die Verantwortung für den Vorfall am Freitag übernommen, aber eine der Oppositionsparteien beschuldigte die Armee. Die kamerunische Regierung, die seit mehr als drei Jahren gegen Separatisten in der Region kämpft, bestritt die Beteiligung an dem Angriff. James Nunan, ein Beamter der humanitären Koordinationsagentur der Vereinten Nationen (OCHA) bestätigte der BBC, dass eine schwangere Frau unter den Getöteten sei. Vierzehn Kinder, darunter neun unter fünf Jahren, seien ebenfalls unter den Toten, sagte er. Nunan sagte, der Vorfall habe die lokale Bevölkerung „erschreckt“. „Wer immer die Aggressoren sind, sie haben Drohungen ausgesprochen, dass noch mehr Gewalt bevorsteht“, sagte er. „Die Leute, mit denen wir gesprochen haben, sind extrem traumatisiert und hätten sich so eine Eskalation nicht vorstellen können.“ In einer Erklärung machte eine der wichtigsten Oppositionsparteien des Landes – die Bewegung für die Wiedergeburt Kameruns – das „diktatorische Regime“ und den Chef der kamerunischen Sicherheitskräfte für den Angriff verantwortlich. Agbor Mballa, eine führende Figur in der Separatistenbewegung, ist ebenfalls der Auffassung, dass „staatliche Verteidigungskräfte verantwortlich sind“. Ein Armeebeamter, der von der Nachrichtenagentur AFP zu dem Vorfall befragt wurde, wies die Anschuldigungen ohne weitere Angaben als „falsch“ zurück.

Der Konflikt konzentriert sich auf die Provinzen Südwest und Nordwest in Kamerun, wo der Großteil der Bevölkerung aufgrund alter kolonialer Beziehungen zu Großbritannien Englisch spricht. Bewaffnete Separatistengruppen entstanden 2017 als Reaktion auf das gewalttätige Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Proteste. Separatisten haben die Unabhängigkeit für einen neuen Staat erklärt, den sie Ambazonia nennen, aber Kameruns Präsident Paul Biya hat die Gruppen als „Terroristen“ bezeichnet. Seit Ausbruch der Kämpfe sind mehr als 3.000 Menschen gestorben, und mindestens 700.000 Menschen wurden bereits aus ihren Häusern vertrieben. Kameruns Regierung wurde wiederholt Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, US-Präsident Donald Trump hat daraufhin das Land von bestimmten Handelsprogrammen mit Amerika ausgeschlossen. Die Regierung sagt, Separatisten hätten Dutzende Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet, aber es gibt keine offiziellen Zahlen für Zivilisten und Separatisten, die von Regierungskräften getötet wurden.

Übersetzung © Johannes Stahl

Originalbericht auf https://www.bbc.com/

Weitere Quellen:

https://www.france24.com/en/20200217-at-least-22-killed-in-attack-on-village-in-northwest-cameroon

https://www.thenational.ae/world/africa/cameroon-massacre-14-children-among-22-dead-in-anglophone-region-1.980295

https://www.arabnews.com/node/1628871/world

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