Brennpunkt  .   Kamerun

„Nach dem Dialog ist der Konflikt zunehmend brutaler geworden“

Diese Stimme aus dem Land darf als repräsentativ gelten für die Ängste und Sorgen großer Teile der Bevölkerung in Kamerun:

„Ein großer nationaler Dialog. Hunderte Kameruner aus dem ganzen Land und aus der Diaspora hat die Regierung eingeladen, um die so genannte anglophone Krise zu lösen, bei der seit 2016 mehr als 3000 Menschen gestorben und rund eine halbe Million zu Flüchtlingen geworden sind.

Nach dem Dialog ist der Konflikt zunehmend brutaler geworden. Die so genannte Amba-Boys, kämpfen im Busch gegen die Armee. Menschen werden ermordet, eingeschüchtert und entführt. Beide Seiten, Separatisten und Armee, laden Schuld auf sich.

Erstens denke ich, die Regierung hat keinen guten Willen, um eine Lösung zu finden. Föderalismus ist eines der Schlüsselwörter der Krise. Denn die Gründe für die Krise liegen in der schlechten Regierungsführung: die Menschen werden nicht an Entscheidungen beteiligt.

Zweitens ist die Freilassung von Sessoko Ayuk Tabe und seinen Leuten ein Schlüssel für einen Ausweg aus der Krise. Aber er wird noch immer im Staatsgefängnis festgehalten.

Drittens: die Lösung liegt bei Paul Biya und nicht im Parlament.“ 

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Danke für Ihre Gebete. Wir benötigen sie mehr denn je!

„Vielen Dank für alle Gebete für Kamerun. Die Woche des sogenannten Nationalen Dialogs war sehr blutig für uns in Bali. Das Militär drang mit Panzerwagen in den gesamten Ort ein und tötete viele Menschen, darunter einige unserer Mitglieder der PCC. Die Leute fliehen in den Regenwald und ins Farmland. Wir brauchen Eure Gebete mehr denn je. Gott segne Euch.“

Partnerschaftsnachricht am Sonntag 6. Oktober 2019 aus Bali/Northwest Cameroon
Beispiel für Fürbitten für die Partner in Kamerun und weltweit zum download.
Quelle: Pfr. i.R. Ludwig Damian (BMDZ)
Predigtskizze für einen Partnerschaftssonntag oder einen Gottesdienst der Information und Fürbitte für die Partner in Kamerun zum download.
Quelle: Pfr. Christian Neie-Marwede, Dekanat Witzenhausen (EKKW).
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Biya unter Druck: Militärgericht ordnet Freilassung von Kamto an

Ein Gericht in Yaoundé hat heute die Freilassung des Oppositionsführers Maurice Kamto angeordnet. Er war monatelang von Diktator Paul Biya gefangen gehalten worden, angeblich weil er Demonstrationen für Demokratie und Menschenrechte in Kamerun organisiert hatte. Mit ihm kamen mehr als 100 inhaftierte Mitglieder seiner Partei MRC (Movement for the Rebirth of Cameroon) frei.

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Communiqué WCC und WCRC zur anglophonen Krise

Intensiv haben Direktpartnerschaften und Kirchenbezirke, die über die Basler Mission mit der presbyterianischen Kirche in Kamerun (PCC) verbunden sind, darauf hingearbeitet. „Dass der ökumenische Rat der Kirchen und der Weltbund der reformierten Kirchen ein ökumenisches Forum zur anglophonen Krise ins Leben ruft, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem echten Dialog für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun“, freut sich Partnerschaftskoordinator Pfarrer Johannes Stahl (Basler Mission Deutschland / EMS Stuttgart). Information, Prävention, Begegnung/Networking und Stärkung der Partner in Kamerun und Deutschland für Frieden durch Gerechtigkeit sind für die BMDZ seit Beginn der Krise in Kamerun wesentliche Aufgaben.

World Council of Churches (WCC)
World Communion of Reformed Churches (WCRC)
All African Conference of Churches (AACC)
African Communion of Reformed Churches (ACRC)
Basel Mission German Branch
Presbyterian Church (U.S.A) Presbyterian Mission
United Evangelical Mission (UEM)
Presbyterian Church in Cameroon (PCC)

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Ökumenischer Rat der Kirchen und reformierter Weltbund stärken Presbyterianischer Kirche in Kamerun in der anglophonen Krise den Rücken

Basler Mission Deutschland und andere sind Teil einer Friedens-Initiative der Weltkirche in der anglophonen Krise in Kamerun. Die Basler Partnerkirche PCC als eine der am stärksten betroffenen Kirchen erfährt Rückenwind und setzt sich für den Friedensprozess und Dialog in Kamerun ein.
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Dialogversprechen ohne Zusagen provoziert neue Gewalt

https://www.dw.com/en/africalink-on-air-11-september-2019/av-50390145

Pfarrer Johannes Stahl im Interview Deutsche Welle zur Aufrichtigkeit des Dialogangebots von Paul Biya
Rechtsanwalt und Gründer des Zentrums für Menschenrechte und Demokratie in Afrika (CHRDA) und Präsident des Konsortiums der Anglophonen Zivilgesellschaft in Kamerun Dr. Agbor Felix Nkongho Balla, fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Menschenrechtsverletzungen in Kamerun zu stoppen.
„Biya’s Dialog hat das Ziel, die Internationale Gemeinschaft ruhig zu stellen, und nicht, die Krise in Kamerun zu lösen“ – stellt Wanah Immanuel Bumakor, Sprecher von ACT in Kamerun, nach der Präsidentenrede zur Anglophonen Krise fest.
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In den Tagen nach Paul Biya’s Rede zur Anglophonen Krise sterben unzählige Zivilisten durch Kugeln des Militärs

Nur eines der zahlreichen Beispiele in den internationalen Medien: In Mutengene starben am 11. September mehr als fünf Personen, darunter eine Familie, die am frühen Morgen an der Ölmühle in ihrer Farm arbeiteten

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Fünf Fallstricke: Rede des Präsidenten zur Krise im Anglophonen Kamerun

Die mit Spannung erwartete Rede des Diktators Paul Biya geriet zur Provokation, weil er weder auf die eklatanten Menschenrechtsverletzungen der Militärs noch die berechtigten Forderungen der Separatisten einging. Als Reaktion kündigten die Separatisten neue Anschläge und Generalstreiks an: die Lage in Kamerun eskaliert.

Rede von Biya im Wortlaut (englisch)

Article on „Pitfalls“ of Biya in english Language

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Gottesdienstbesucherin in Bambui von Kugeln getroffen

Am Sonntag, 8. September 2019 starb Mrs Bih Justina in Bambui / Tubah Presbytery auf dem Weg zum Gottesdienst. Nach Augenzeugenberichten geriet sie in einen Schusswechsel zwischen Militärs und Sezessionisten. Das Militär in Kamerun lässt nicht erkennen, dass seine Aufgabe darin besteht, das Leben der Zivilisten zu beschützen. Dieses unmenschliche Verhalten ist eine der Hauptursachen, weshalb die anglophone Bevölkerung dem frankophonen Präsidenten Paul Biya eine friedliche Lösung nicht zutraut.
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Die Krise geht immer weiter und weiter

Evangelischer Arbeitskreis für Weltmission in Wien ermöglicht PCC-Pfarrerin Weiterbildung in Friedensarbeit und Konfliktmanagement

Rev. Anye Bih berichtet beim Kamerun-Netzwerk (Ehemalige der Basler Mission in Kamerun) in Salzburg von Krisenerfahrungen und unsäglichem Leiden ihres Volkes
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Schulstreik ist ein Schuss ins Knie

Rede an ein geschundenes Volk – was viele in der Bevölkerung des anglophonen Kameruns wirklich denken

Die beiden Autoren sind anonym, weil jeder, der seine Meinung so offen äußert, derzeit in Kamerun Leib und Leben riskiert. Der Autor des zweiten Teils (Response) ist uns persönlich bekannt und lebt inmitten des Bürgerkriegs.
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Aus der Pfalz auf Mission in Kamerun

Jung, dynamisch, mutig, auf Überraschungen gefasst – wer als junger Mensch die Chance ergreift, die Partnerkirche in Kamerun kennen zu lernen, hat etwas für das Leben gelernt.

Hier geht’s zum Abschlussbericht von Ruth und Johanna

Als Freiwillige im ÖFP-Programm der Evangelischen Mission in Solidarität haben Ruth Günther und Johanna Körner wichtige Erfahrungen in Bafoussam gemacht. Gastgeberin war die Presbyterianische Kirche in Kamerun (PCC), die aus der Arbeit der Basler Mission entstanden ist. Bafoussam liegt im französischen Teil des Landes. Kaum vorstellbar und doch wahr: von der schrecklichen Krise im englischsprachigen Teil ist dort nichts zu spüren, wären da nicht die vielen Tausend Geflüchteten, die unter äußerst beengten Verhältnissen bei Freunden und Verwandten unterkommen.
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In Nkambe (Donga Mantum, NWR) ein Schein von Normalität: Schuljahr hat begonnen

Für Schülerinnen und Schüler der Grund- und Oberschule sowie des Kindergartens in Nkambe hat am Montag 2. September das Schuljahr 2019/20 regulär begonnen. Wie lange werden die Soldaten von Paul Biya für die Sicherheit der Schüler sorgen? Die internationale Aufmerksamkeit bringt den Schulkindern Zugang zu Bildung. Deshalb halten wir die Aufmerksamkeit aufrecht, so gut es irgend geht. Hinschauen lohnt!
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Schüsse am Sonntagmorgen – Gottesdienstbesucher in Kumba-Fiango fürchten um ihr Leben

In Europa kann sich das kein Mensch vorstellen. Die Menschen besuchten gestern früh in Erwartung von spiritueller Zeit in einem geschützten Raum den Gottesdienst. Dort finden sie sich in Todesangst unter den Sitzbänken wieder, während die Nachbarschaft erschüttert wird von Schüssen und Kriegslärm. Während eigentlich die erste und zweite Schriftlesung zu hören sein sollte, hören die Menschen Todeslärm. Keiner weiß, wann ihn ein Querschläger oder eine gezielte Kugel trifft.

Diese Krise dauert schon viel zu lange und die Menschen wollen nur noch eines: raus, in Sicherheit!

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Deutscher seit sechs Monaten in Kamerun in Haft

Free Winfried Siewe from Jail atrocities in Cameroon: Germany’s Duty!
Holen Sie Winfried Siewe aus der Gefängnishölle in Kamerun: Deutschland ist in der Pflicht!

https://www.change.org/p/wilfried-siewe-aus-der-gefängnishölle-in-kamerun-holen-deutschland-in-der-pflicht-heikomaas-auswaertigesamt?source_location=discover_feed

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Warum Kirche angesichts der Not ihrer Glieder nicht neutral sein kann

Neutralität angesichts unmenschlicher Gewalt gegen Schwache ist für Kirche unmöglich. Bischof Oscar Romero (San Salvador) war dafür ein glaubwürdiger Zeuge. Seine Worte von 1980 sind angesichts der Ungerechtigkeit in Kamerun von geradezu erschreckender Aktualität.

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Schulprojekt für traumatisierte Flüchtlingskinder

Die Kinder aus den Partnerbezirken im anglophonen Kamerun sind die Leidtragenden. Sie tragen eine Hauptlast des Konflikts, an dem sie ganz und gar unschuldig sind. Nicht nur, dass viele Schulen geschlossen sind und sie seit drei Jahren keinen Unterricht mehr besuchen können, mussten viele auch mit ansehen, wie engste Familienangehörige oder Freunde ums Leben kamen. Für solche Kinder wurde jetzt in Bafoussam ein Schulsozial-Projekt ins Leben gerufen.
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Kinder tragen die Hauptlast, während der bewaffnete Konflikt weitergeht

Die internationale Abteilung der Deutschen Welle (DW) leistet eine gute Nachrichtenabdeckung zur Krise in Kamerun – leider nur in englischer Sprache. Einige Browser (wie Chrome) bieten aber eine interessante Funktion: den automatischen Übersetzer. Einmal angeklickt, kann man den Bericht in flüssigem Deutsch lesen.
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Verurteilt: lebenslänglich!

Die Situation in den Provinzen Nordwest und Südwest bleibt angespannt. In den frühen Morgenstunden des 20. August 2019 wurden zehn Verantwortliche der Unabhängigkeitsbewegung, darunter Julius Ayuk Tabe, von einem Militärgericht in Yaoundé zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Regierung Kameruns bleibt unterdessen den Beweis schuldig, dass sie willens und in der Lage ist, der Bevölkerung des englischsprachigen Teils von Kamerun ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen. In Bamti (Bui, Nordwest Kamerun) wurden unlängst drei Personen getötet, ein Haus und eine öffentliche Wasserquelle zerstört. Tägliche Schießereien in Bamenda und anderen Städten gehören zum Alltag. Unzählige der 530.000 (Quelle: UNHCR) aus ihren Häusern Vertriebenen vegetieren beinahe schutzlos in notdürftigen Behausungen im Regenwald oder bevölkern die überfüllten Städte im frankophonen Teil des Landes. Kinder tragen die Hauptlast, während der bewaffnete Konflikt weitergeht, mehr als 74 sind laut UNICEF zerstört. Seit nunmehr drei Jahren bleiben die meisten Schulen im Englischsprachigen geschlossen.

Unterdessen arbeiten internationale und nationale Akteure kontinuierlich daran, die rivalisierenden Parteien dieses anhaltenden Bürgerkriegs zum Waffenstillstand und aktiver Teilnahme an Friedensverhandlungen zu bewegen. Am ersten und letzten Mittwoch des Monats tragen die Frauen schwarz auf Initiative der Frauen in Südwest. Für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun hat das Netzwerk Basler Mission Deutschland & Kooperationen am 23. Juli 2019 in Anwesenheit von zwei Abgeordneten des Deutschen Bundestags fast 7.000 Unterschriften präsentiert. Zur selben Stunde starben in Bafut (Nordwest) Unschuldige durch die anhaltende Gewalt von Militär und Sezessionisten. Der vergessene Konflikt in Kamerun ist auf dem Weg, sich zur Katastrophe auszuwachsen.

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23. Juli 2019 Öffentliche Präsentation der Unterschriften aus Deutschland für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun

Die Unterschriftenaktion für „Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun“ ist im gesamten Bundesgebiet auf Resonanz gestoßen. Es sind 6.868 Unterschriften aus allen Postleitzahlbereichen Deutschlands eingegangen. Danke für diese große Unterstützung! Die Unterschriften und den damit verbundenen Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit möchten wir am Dienstag 23. Juli 2019 der Öffentlichkeit vorstellen:
 
Dienstag, 23.07.2019 ab 15.30 Uhr Stehempfang, 16 Uhr Veranstaltungsbeginn in Stuttgart-West, Vogelsangstr. 66 A (Tagungsstätte EMS)
 
MdB Dr. Stefan Kaufmann (Stuttgart) und MdB Dr. Christoph Hoffmann (Bad Krotzingen) haben ihr Kommen zugesagt. Nach Aussage der kirchlichen Hilfswerke sei „die größte Katastrophe das Vergessen“. Der Konflikt in Kamerun steht an erster Stelle auf der NRC-Liste der vergessenen Konflikte. Dem möchten wir im Namen der zahlreichen Kamerun-Partnerschaften mit dem Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit entgegen wirken.

„Die Unterschriften-Aktion war ein Volltreffer. Als Teil des Advocacy Netzwerkes für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun freuen wir uns als Vorstand BMDZ (Basler Mission Deutscher Zweig e.V.) über die große Unterstützung und begrüßen, dass sich so viele Personen und Kirchenbezirke in ganz Deutschland mit dem Anliegen einer gewaltfreien Lösung solidarisieren.“
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Frieden stiften – PCC Pfarrerin zum Studium in Österreich

PCC Pfarrerin Anye Bih berichtet in Wien und eine Woche später beim Kamerun-Netzwerk in Salzburg von ihrer Spendenfinanzierten Weiterbildung in Konfliktbewältigung (Innsbruck) und über die Friedensarbeit der PCC in Kamerun. Der Evangelische Arbeitskreis für Weltmission (EAWM) in Österreich engagiert sich in vorbildlicher Weise für das Empowerment von Friedensstiftern in Kamerun (Klick auf Bild für weitere Informationen)

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Angriff auf schweizer Journalist „inakzeptabel“

Paul Biya trägt den anglophonen Konflikt Kameruns durch seine mondänen Aufenthalte im Genfer „INTERCONENTAL“ in die Schweiz. Klicken Sie hier für den gut recherchierten Bericht der Neuen Züricher Zeitung NZZ
Tageszeitungen in der Schweiz haben als erste von dem Zwischenfall am Mittwoch berichtet. Paul Biya behandelt die Journalisten seines Gastgebers wie die im eigenen Land: mit Gewalt.
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O komm, Du Geist des Friedens

Pfingsten 2019 in Deutschland und in Kamerun. Fast genau ein Jahr ist „Brennpunkt Kamerun“ online. Wer steht hinter dem Informationsdienst und was ist die Motivation?

„Ist es wirklich erst ein Jahr, dass wir mit dem Brennpunkt online sind?“, fragt Pfarrer Johannes Stahl, Initiator und Redakteur des Online-Informationsdienstes. „Mehrere Bezirkssynoden und Tausende mit Ihrer Unterschrift unterstützen den Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit, das ist ein großartiger Erfolg“. Hauptamtlich arbeitet Stahl als Partnerschaftskoordinator und Bildungsreferent für Südsudan, Nigeria und Kamerun für die Basler Mission Deutschland in der EMS Stuttgart. Großteils ehrenamtlich kümmert er sich um seriöse Informationen aus dem anglophonen Teil Kameruns, denn „Wahrheit sei das erste Opfer des Krieges“. Dabei ist es Stahl wichtig, nicht parteiisch aufzutreten, sondern für gewaltfreien Dialog und friedensfördernde Maßnahmen. „Die Nachrichten in den Social Media überschlagen sich. Aber vieles sind Fake News, die wir sortieren und klären müssen, alles andere wäre verantwortungslos“, sagt der Afrika-Referent der Basler Mission Deutschland. Eine Dienstreise als Partnerschaftspfarrer des ev. Kirchenbezirks Göppingen hat ihn 2010 erstmals in die ehemalige deutsche Kolonie geführt. „Wir haben den Menschen Kameruns gegenüber eine Verpflichtung aus der Geschichte. Dabei haben die Kamerun-Partnerschaften viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. Ohne die vielen Kamerun-Freunde aus den zahlreichen Direktpartnerschaften in Baden, Württemberg und Hessen wäre so ein Online Informationsdienst gar nicht möglich.“ Entscheidend aber seien die Kontakte im Land, BrennpunktKamerun lebe von Augen- oder Ohrenzeugen. Ein sehr zuverlässiges Netzwerk sind die Kirchen, allen voran die Basler Partnerkirche Presbyterian Church in Cameroon (PCC), der Stahl durch viele Besuche und Gegenbesuche verbunden ist. Durch die Krise im Anglophonen haben sich auch Kontakte zu den Katholiken und Baptisten intensiviert, so unterhält beispielsweise das Bistum Limburg seit vielen Jahrzehnten eine lebendige Partnerschaft zur Diözöse Kumbo. „Das ist das einzig Gute, was ich der Katastrophe abgewinnen kann“, meint Stahl: „Dass wir in Deutschland und der Schweiz jetzt intensiver zusammen arbeiten und uns austauschen, ist ein Gewinn.“ So komme etwa der Rechtsanwalt Dr. Agbor Balla, der am 23. März 2019 in Stuttgart den Anstoß zur aktuellen Unterschriftenaktion „Frieden durch Gerechtigkeit“ gab, am 12. Juni in die Schweiz. „Als Basler Mission sind wir seit 200 Jahren gewohnt, grenzüberschreitend zu arbeiten. Das zahlt sich bis heute aus.“ Pfingsten ist das Fest des grenzüberschreitenden Verstehens, das gibt den Christinnen und Christen in Kamerun ebenso Hoffnung wie in Deutschland und der Schweiz. „Ich gebe die Hoffnung für Frieden in Kamerun nicht auf“. Damit, ist sich Stahl sicher, ist er nicht allein.

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Erdölraffinerie Sonara wird ein Raub der Flammen

Ein verheerender Brand gestern Nacht hat Sonara, die große Ölraffinerie in Limbe an der Atlantik Küste Kameruns, zerstört. Die Lieferverträge seien ausgesetzt, die meisten Mitarbeiter würden arbeitslos, heißt es.
Eine neue Stufe der Eskalation in einem Bürgerkrieg der anglophonen Krise, den niemand gewinnen kann. Der große Verlierer ist die Bevölkerung und damit auch unsere Partner in der PCC. Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun, Unterschriftenliste hier auf www.BrennpunktKamerun.org oder www.bmdz-online.org

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BMDZ Nothilfe kommt an

Die Göppinger haben über die Direktnothilfe der Basler Mission Deutschland gespendet. In Bamenda wurden notwendige Hilfsmittel gekauft und mit viel Wagemut, Geschick und Einsatz von den Partnern in die betroffenen Gebiete Menchum / NW Kamerun gebracht.
„Wir sagen DANKE an unsere Partner in Göppingen (Kirchenbezirk in Württemberg) für ihr Mitgefühl und Hilfe für Binnenflüchtlinge im Kirchenbezirk Menchum (NW Kamerun)“ Die Vorsitzende des Kirchenbezirks Madame Thega Esther und Dekan Nchotu Moses Shu.
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Putin schützt Biya

Paul Biya dankt dem russischen Botschafter persönlich. Warum? Montag, 13. Mai 2019: Russland springt bei einem Treffen in Arria, das der UN-Sicherheitsrat in New York zur humanitären Lage in Kamerun anberaumt hatte, der kamerunischen Regierung bei. „Alles deutet darauf hin, dass einige unserer Kollegen (Vereinigte Staaten von Amerika, Norwegen, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Dominikanische Republik …) über eine Intervention in Kamerun nachdenken. Im Moment haben wir allen Grund zu der Annahme, dass Kamerun dieses heikle Problem allein lösen kann.“ Mit dieser Meinung dürfte Putin ziemlich alleine stehen.
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Unterschreiben jetzt! Für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun

Täglich gehen ausgefüllte Unterschriften bei der Basler Mission Deutschland in Stuttgart ein. Um die von den Partnern in Kamerun gewünschte Million zu erreichen, braucht es noch viele viele Unterschriften. Machen Sie mit, laden Sie sich den Aufruf samt Unterschriftenliste hier herunter und laden Sie Freunde und Kollegen ein. Jede Unterschrift ist ein Zeichen für Frieden und Gerechtigkeit für Kamerun!
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frei gelassen

frei und gelassen
in Christus
frei und gelassen aber bedroht
die ordnung der etablierten das lassen sie sich nicht gefallen
und schlagen ins gesicht
was schlägst du mich?
fragt Christus habe ich übel geredet so beweise
und Hannas sandte ihn gebunden
zu dem hohen priester der seine ordnung bedroht sah und sie schlugen ihn
ans kreuz
gewalt hat die
ohnmächtigen
stets aufs kreuz gelegt Aber das ist nicht das ende
dies ist mein geliebter Sohn meine geliebte Tochter
frei und gelassen
sollst du sein und
leben

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Paul Biya und die Schweiz

https://www.welt-sichten.org/artikel/35927/der-praesident-geniesst-den-genfer-luxus

Unter dem Titel „Der Präsident genießt den Genfer Luxus“ geht WELTSICHTEN in einem sauber recherchierten Artikel den Gerüchten nach, dass der kamerunische Präsident Paul Biya Millionen aus kamerunischen Staatskasse in der Schweiz verprasst. Auch in Baden Baden hat der Diktator schon viel Geld ausgegeben.
Paul Biya und die Schweiz

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berührt – bewegt – befreit

Passion und Mitleiden, Schmerz spüren und Trauer zulassen, Hoffen und Auferstehen. Die Kamerun-Partnerschaft Kirchenbezirk Göppingen hat in einer berührenden Passionsandacht in der Stiftskirche Bad Boll dem Leiden der Partner in Menchum gedacht: Informieren, Beten, Schweigen, Singen und Unterschreiben für Frieden und Gerechtigkeit in Kamerun.
 
Danke an Familie Hilsenbeck und Pfarrer Schart, Bad Boll und an die Mitglieder Partnerschaftsausschuss im Kirchenbezirk Göppingen.

Johannes Stahl, Partnerschafts-Koordinator Basler Mission/EMS Stuttgart

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„Ich möchte meine Freunde zurück und meine Schule!“

Wie erleben Kinder die Krise in Kamerun? 

Fai Alison (Name geändert), ein Viertklässler aus Nseh, einem Dorf im Bui Bezirk, musste fliehen. Er ist heute einer von etwa 500.000 Internally Displaced People (IDPs, Binnenflüchtlinge) in Kamerun. Der Zwölfjährige erzählt:
„Sie kommen! Leute, rennt! Sie sind schon im Mbovem Dorf, rennt schneller…“ Dies sind die letzten Worte seines Lehrers, an die sich Alison erinnert. Es waren die letzten Worte, die er in dem Klassenzimmer seiner Schule im November 2016 gehört hat. Er und alle anderen dachten, sie würden nach ein paar Tagen zurückkommen. Das hat sich als Märchen entpuppt, heute sind die Türen der Cameroon Baptist School Nse, die er besuchte, von Spinnweben versiegelt, in den Klassenzimmern tummeln sich Ziegen.
Alison verbrachte viele Tage in einem abgelegenen Dorf, wo er seine Mutter auf der Farm unterstützte, während seine Schwester von einer Tante in die Hauptstadt Yaoundé (im französischsprachigen Teil Kameruns) gebracht wurde. Nachdem er zwei Jahre in dem Dorf seiner Mutter in der Landwirtschaft geholfen hatte, nahm ihn die Tante seiner Mutter mit in die englischsprachige Hauptstadt des Nordwestens nach Bamenda, wo er jetzt bei einer Familie wohnt, sich um ein einjähriges Mädchen kümmert und als „Hauslehrer“ angestellt ist. Doch das stellt ihn nicht zufrieden. Er sagt, dass er die Gemeinschaft der anderen Kinder und seine Freunde sehr vermisst.
Dann erzählt Alison, dass er Albträume hat, wenn er an seinen Vater und seine Freunde denkt. Die schlimmsten Träume hat er, wenn er hört, dass das Militär wieder ein Dorf angegriffen hat auf der Suche nach „Ambazonia“ Kämpfern. „Jeder wird geschlagen mit großen Militär-Schlagstöcken und manche werden getötet.“
„Meine Schwestern hat „Lamnso“ (die Sprache des Nso-Volks) verlernt und ist schon in der zweiten Klasse der Sekundarschule. Sie kann Englisch sprechen. Ich möchte sein wie sie“, sagt er. „Ich möchte zurück in die Schule. Mein schlimmster Verlust ist die Farm und Wohnhaus unserer Großfamilie und die Kirche von Ngendzen, die beide dem Feuer zum Opfer gefallen sind. Ngendzen ist das Dorf, wo ich in der Landwirtschaft gearbeitet und mit meiner Großmutter Erdnüsse gegessen habe. Das Knallen von Gewehrschüssen jagt mir immer Angst ein und ich bete jeden Tag, dass die Dinge wieder normal werden, so dass ich zur Schule gehen kann. Unglücklicherweise bin ich inzwischen zu alt für die Grundschule, aber ich wäre total happy, wieder zur Schule zu gehen.“
Aus Lamnso übersetzt von D.G.A.B
 
Lamnso’ wird von der Nso’-Gruppe im Bui-Bezirk der Region Nordwest Kameruns gesprochen. Wörtlich übersetzt bedeutet Lamnso’ „Sprache der Nso‘-Menschen“. Es handelt sich dabei um eine Grasland-Bantusprache, die zur Ost-Ring-Gruppe der Grasland-Sprachen im engeren Sinne gehört. Nach der Internetdatenbank „Ethnologue“ gibt es etwa 240.000 Sprecher des Lamnso‘ (Lewis et al. 2015), von denen die meisten im traditionellen Nso’-Stammesfürstentum leben, welches auch Teil des Bui-Bezirkes ist.

Die Person, die das Interview mit dem Jungen geführt hat, ist persönlich bekannt. Sie steht in Kontakt mit Kindern von IDPs und sagt, es sei eine Geschichte, wie sie jetzt viele Kinder erzählen in Kamerun. Aber es hört niemand zu.
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Wie sogenannte Freiheitskämpfer ihrer eigenen Bevölkerung schaden

Das „Journalducameroun“ berichtet von der Entführung von mindestens drei Müllwerkern in Bamenda durch unbekannte bewaffnete Männer. Sollten wie schon vor vier Wochen die Freiheitskämpfer der sogenannten „Ambazonier“ dahinter stecken, zeigt dieses Beispiel, wie im Namen der Freiheit das eigene Volk terrorisiert wird. Die Angst der Bevölkerung: „jetzt können wir bald wieder, wie vor einem Monat zusammen mit Ratten über Abfallberge klettern in der Stadt.“
Nicht nur sind die sogenannten Freiheitskämpfer, die durch Verhaftung und Mord an ihren Freunden durch das Militär radikalisiert wurden, für den Rückzug der staatlichen Müllabfuhr aus weiten Teilen des englisch sprachigen Kameruns verantwortlich, sondern mit weit dramatischeren Folgen auch für geschlossene Schulen. Seit bald drei Jahren hat die Jugend des anglophonen Kamerun keine Chance mehr auf Bildung und Unterricht: eine „verlorene“ Generation?
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Chiefs in Ndu und Boyo ermordet

Sub Chief von FUH im Landkreis Ndu (Donga Mantum), seine Ecellence Fai Ngantu Noah Bongung, vom Militär ermordet

Nur zwei Tage nach dem Mord am Sub Chief von Boyo wurde der zweithöchste traditionelle Herrscher in Ndu Opfer der Willkür von Regierungssoldaten, berichtet Prince Nfor Hanson Nchanji. „Wer als traditioneller Herrscher im anglophonen Kamerun nicht die Meinung der Regierung teilt, wird kalt gestellt.“

Am Montag 08. April 2019 stürmten Militärs den Ort Ndu und erschossen drei Männer. Der traditionelle Herrscher und ein junger Mann wurden entführt und später an einer Straßenkreuzung tot aufgefunden. Nach unbestätigten Berichten warf die Regierung ihnen vor, Freiheitskämpfer unterstützt zu haben.

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Auf dem Weg zum Gottesdienst einfach erschossen

Ein Opfer des „Lockdown“ (Geisterstadt) der sogenannten Freiheitskämpfer: diese junge Frau starb im Molyko Solidarity Krankenhaus. Gestern früh war sie auf dem Weg zum Gottesdienst, als unbekannte Männer auf sie anlegten und das Feuer eröffneten. Auf eine junge wehrlose Frau! Die Situation in Molyko, Mile 16/17 und Muea ist äußerst angespannt.

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Vier-Wochen-Streik löst neue Fluchtwelle aus

Längst hat sich die Strategie der Unabhängigkeitskämpfer, durch Schulstreiks und Marktstreiks (Ghost Town) das Einlenken der Regierung zu erzwingen, zu einer Form der Gewalt an den Schwächsten der Schwachen entwickelt: Frauen und Kinder leiden besonders unter dem faktischen Hausarrest, zu dem die Amba-Bewegung jetzt erneut aufgerufen hat und den sie gegebenenfalls auch mit Gewalt durchsetzt.

Nicht alles, was im Journal du Cameroun steht, ist eine seriöse Nachricht. Doch der drohende vier-Wochen-Streik und die dadurch einsetzende neue Fluchtwelle aus dem Gebiet um Buea (Fako South) gilt als bestätigt.“Ich möchte das Leiden des letzten Generalstreiks (vom Februar 2019) nicht noch einmal erleben“ – so wird ein Flüchtender auf dem Weg in die französisch-sprachige Wirtschaftsmetropole Douala zitiert. Doch (zu) viele vor ihm haben bereits den Weg in den Osten des Landes gesucht, was neues Elend verursacht. Denn sind die Vorräte und wenigen Ersparnisse erst einmal aufgebraucht, droht ein Leben auf der Strasse.
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Frauen für Frieden protestieren gegen die Zerstörung von Krankenhäusern

Bei der Bewegung „Frauen für Frieden“ (Women for Peace) sind auch Männer willkommen. Hier hält ein mutiger Demonstrant das Schild hoch, das auf die massive Zerstörung von Gesundheitsstationen und Krankenhäusern im anglophonen Landesteil hinweist. Egal ob durch marodierende Freiheitskämpfer, Militär oder Fahrlässigkeit wie Kurzschluss: immer sind die Leidtragenden Kranke, Alte und Frauen, die immer weitere Wege für medizinische Hilfe auf sich nehmen müssen. Oder gar nie dort ankommen.

Jede und jeder kann mitmachen: Plakat kopieren und ausdrucken, dann ein Foto von sich mit dem Plakat machen und das Foto via facebook oder stahl@ems-online.org online stellen.
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Draufsicht Bamenda – Friedens- und Filmprojekt. Sehenswert!


Die Stimmen junger Menschen beklagen den Frieden angesichts der sozio-politischen Spannungen, welche die englischsprachigen Regionen Kameruns infolge des kolonialen Erbes erschüttert haben. Diese jungen Leute rufen die Gewalttäter auf poetische Weise auf zu friedlichen Mitteln, um die Krise zu beenden. Wie Ghandhi glauben sie, dass FRIEDEN MÖGLICH ist. #PeaceIsPossible „Let’s Keep Peace“ ist eine Produktion von Draufsicht Bamenda und der Young African Leaders Initiative Nigeria Cohort Three. – Von der aktuellen soziopolitischen Krise geplagt, zeigen junge Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten ihre Ansichten.

Es ist eine Tatsache, dass unbewaffnete Zivilisten, die nicht wissen, wie diese Krise tatsächlich begann, den Preis in harter Währung bezahlen. Sie sterben jeden einzelnen Tag. Wir jungen Leute glauben, dass der Frieden uns aus den Fesseln derer, die uns jeden Tag töten, befreien kann. Wir beten für Frieden. Das ist die einzige Lösung für dieses Problem, an dem wir ertrinken. Leben sind verloren, Eigentum und Arbeitsplätze wurden uns genommen. Frieden ist der einzige Weg, der dieses Problem lösen kann. Tod und Geburt sind sich zu nahe gekommen, der Tod ist an die Stelle der Geburt getreten. Ich lache und bin glücklich mit meinen Jungs, aber das Nächste was ich sehe ist Blut, weil unschuldige als Verdächtige gelten. Sie töten unsere Männer, entführen unsere Kinder und stürzen uns in tiefsten Schmerz. Die Mutter Erde weint. Wie lange werde ich weiter schlucken? Sie gehen als Lebende weg, aber als Leichen kommen sie zurück. Ich höre noch immer mein Baby weinen! Es zerreißt mich, dass ich es nicht erreichen kann, denn zwischen meinem Baby und mir ist der Tod!

Die Autorität, mit der sie vorgeben. Ihr Land zu schützen, ist dieselbe Autorität, die meinen Körper und meine Blöße schützen müsste. Aber der Schütze geht frei, mein Volk bezahlt die, die schießen, mit ihrem Leben. Zivilisten leiden wie Gras unter den Auswirkungen Ihrer Elefantenshows. Können die Elefanten nicht aufhören, auf uns herumzutrampeln? Sie flüstern uns ein: Waffen zu tragen, eine Pistole halten sei Stärke und keine Feigheit, aber wir lassen uns nicht täuschen. Waffen legt ab, nehmt allen Mut zusammen und redet endlich miteinander. Stoppt den Krieg! Kommt zusammen! Gemeinsam treten wir ein für Frieden.

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Rechtsanwalt Dr. Agbor-Balla setzt sich in Kamerun für Menschenrechte ein

Die deutsche Stimme hat in Kamerun Gewicht, sagt Dr Agbor-Balla vom Zentrum für Menschenrechte und Demokratie in Afrika (CHRDA). Die unabhängige, nicht regierungs- oder parteigebundene und nichtkommerzielle Organisation setzt sich ein für Schutz und Ausbreitung von Menschenrechten und Demokratie als politische Kultur in Afrika.

„Ich wünsche mir, dass Kirchen in Deutschland Hebammen sind für einen sicheren Gesprächsraum (Anglophone leadership Conference) als Startschuss für einen inclusiven Gesprächsprozess für Gerechtigkeit und Frieden in Kamerun. Ich wünsche mir außerdem, dass Kirche und Gesellschaft in Deutschland und der Schweiz den Druck aufrecht erhalten auf die kamerunische Regierung wegen schlechter Regierungsführung (bad governance) und für die nachhaltige Etablierung der Menschenrechte im Anglophonen Kamerun.“ Auf Einladung von Dr. Joy Alemazung von Engagement Global und Partnerschaftsreferent Pfr. Johannes Stahl von der Basler Mission Deutschland sprach Dr. Nkongho Felix Agbor-Balla, Rechtsanwalt aus Buea (South West Cameroon) jetzt mit Partnerschaftsverantwortlichen in Stuttgart über die kritische Lage im englischsprachigen Kamerun. Johannes Stahl hat Auszüge aus dem Gespräch dokumentiert.

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Sinnlose Aggression gegen Local Chief in Menchum: sieben tot, zwei schwer verletzt

Donnerstag der 14. März 2019 war ein schwarzer Tag für Wum (Menchum Division, Nordwest-Provinz, Kamerun – Partnerschaftsdekanat des Kirchenbezirks Göppingen bei Stuttgart)
Regierungssoldaten zündeten das Haus von KGR Bong Eric an, Vorsitzender der Kirchengemeinde PC Zonghonchia,Kesu Parish. Sie töteten vier Kinder auf seiner Kaffeeplantage und warfen ihre Leichen in das Feuer. Anschließend griff das Militär in der Nachbarschaft in Ko’ho den Palast des Chiefs an, töteten drei Menschen und warfen auch sie ins Feuer. Ihre Kugeln trafen auch zwei ältere Frauen, die eine ins Gesäß, die andere in das Bein, das so zerstört war, dass es amputiert werden musste. Ihr Menschen, die ihr Gottes Ebenbild seid, betet für die Menschen in der Kesu Gemeinde im Dekanat Menchum. Jetzt fliehen viele Menschen in den Busch auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit. Dabei ist es Regenzeit und es ist fürchterlich, ohne Schutz vor Nässe und Kälte Tag und Nacht in den Wäldern draußen zu sein. Ich weine um mein Volk, es ist hart für uns, ich möchte glauben, dass Gott die Antwort weiß.“

Edward Cheng, ehemaliger Bürgermeister von Wum, Vorsitzender Partnerschaftskomitee Menchum.

Trotz aller internationaler Ermahnung und der Beteuerung der kamerunischen Regierung, ihre Militärs zu professionellem Verhalten zu animieren, kam es in der vergangenen Woche wieder zu Ausschreitungen gegen Zivilpersonen. Berichte aus Menchum und Bui erwähnen Greueltaten von Militärs gegen zwei Frauen (Queens) am Hof des Traditionellen Oberhaupts Chief Achuo Eric of Kooh Kesughu. Sein Palast wurde so schwer zerstört, dass das ehrwürdige Oberhaupt der Region nun ohne Obdach ist – ein in der Tradition Kameruns beispielloser Vorgang von Würdelosigkeit und Entehrung. Am Donnerstag seien außerdem mehrere Menschen in Wum Menchum Division zu Tode gekommen, von denen die Regierung vermutete, dass sie mit den Separatisten gemeinsame Sache machten. Aus der benachbarten Region Bui (Kumbo) wird berichtet, dass wiederum Häuser brannten, diesmal acht an der Zahl, was die etwa zehnfache Zahl von Obdachlosen bedeutet, die damit alles verloren haben. Laut Zentrum für Menschenrechte und Demokratie in Afrika (CHRDA) bedeutet der Verlust von Geburtsurkunden, Schulzeugnissen, Universitätsdiploma, Heiratsurkunden und Pässen, die allesamt durch einen Hausbrand unwiederbringlich verloren sind, faktisch die Entzivilisierung der Betroffenen: sie sind damit „Freiwild“ und können nicht mehr in die Stadt und in das zivilisierte Leben zurück kehren. Es sei nichts anderes als ein Vernichtungsfeldzug der kamerunischen Regierung gegen die eigene Bevölkerung.

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Fürchterliche Szenen in Kumbo

Waffenlieferungen nach Kamerun gibt es laut offiziellen Mitteilungen der Bundesregierung von deutscher Seite derzeit nicht, aber „Unterstützung in Ausbildung und Ausrüstung der Armee zum Zwecke der Grenzsicherung“. Gleichwohl gibt es auch keinen Nachweis, dass es nicht genau die kamerunischen Soldaten sind, die von der deutschen Regierung trainiert und mit Ausrüstung versehen wurden, die jetzt in Kumbo und in vielen anderen Städten im anglophonen Kamerun gnadenlos gegen die Bevölkerung vorgehen und vorsätzlich Menschen erschießen.

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Sisterhood Emmanuel aus Bafut vertrieben – Schwesternschaft auf der Flucht

Mit Stickereien und der Herstellung von liturgischen Gewändern finanzierten die Schwestern in Bafut viele Jahre ihren Lebenshalt. Nun sind sie heimatlos und auf Nothilfe angewiesen. (Foto: Annemone Hilsenbeck)

Die Schwesternschaft Emmanuel in Bafut steht seit vielen Jahrzehnten für harte Arbeit und dienende Hingabe. Die frommen Frauen haben in jahrelangem Einsatz eine Schneiderei, eine Bäckerei, Kleinviehhaltung, Milchverarbeitung und ein Gästehaus aufgebaut. Für viele ist die Sisterhood ein Familienersatz und ein Ort der Würde und der Hingabe. Für Gäste war der Ort eine Oase des Friedens. Doch die ist nicht mehr. Eine der Verantwortlichen Frauen berichtet:

Ein Ort des Friedens – die kunstvoll gestaltete Kapelle der Schwesternschaft Emmanuel in Bafut. Wann werden die Schwestern zurückkehren können? (Foto Annemone Hilsenbeck)

„Es wurde immer schwerer für uns in Bafut. Zuerst waren die Strassen dauernd blockiert und sind es noch immer. Jede Bewegung nach Bafut und heraus wurde beinahe unmöglich gemacht. Wir konnten unseren Wagen nicht mehr benutzen, um zum Markt zu fahren. BIR Militär auf der einen und die Amba Boys auf der anderen Seite und wir mitten drin. Das andauernde Gewehrfeuer über Tage, Wochen, jetzt Monate hat viele Schwestern zermürbt, so viele Erfahrungen der Ohnmacht haben uns traumatisiert. Jedes Mal, wenn die Amba Boys auf unser Gelände kamen, wurden wir um Geld erpresst. So hatten wir in Bafut keine Zukunft. Aus diesen Gründen mussten wir unser Zuhause verlassen, was uns sehr schwer fiel. Danke für das Interesse und alle Unterstützung aus Deutschland. Bitte betet für uns. Was wir hier gerade durchmachen, ist nicht einfach.“

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Deutschland verhält sich wie ein Heuchler

„Die deutsche Regierung redet immer von der Wichtigkeit der Menschenrechte, aber in Kamerun gibt es keine Freiheit.“ Mit klaren Worten kritisiert die Kamerunerin Yeye Tatah laut Deutsche Welle die Heuchelei der deutschen Politik. Deutschland müsse sofort alle Gelder stoppen, nicht länger schweigen. Europäische Länder seien in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, statt an Ressourcen und wirtschaftlich Vorteile zu denken und einen Diktator wie Paul Biya zu stützen, sagt Tatah: „Wie können sie die Augen schließen, wenn in Kamerun jahrelang Menschen umgebracht werden?“

Frankreich hat auf Amerikas Entscheidung zur Reduzierung der Militärhilfe reagiert und erklärt, die ehemalige Kolonialmacht werde weiter im Bereich der Verteidigung mit Kamerun zusammenarbeiten. Auch von der deutschen Regierung kommen trotz intensiver Proteste und Eingaben von NGOs, Kirchenvertretern und Partnerschaftsgruppen bislang keine Signale, dass man bereit ist, den Forderungen nach Menschenrechten und Demokratie auch Taten folgen zu lassen. Trotz klarer Wahlmanipulation hat Deutschland ebenso wie die EU die von der kamerunischen Regierung erst 14 Tage nach dem Wahltag veröffentlichten Wahl“ergebnisse“ vom Oktober 2018 als „legitim und im großen und ganzen korrekt“ anerkannt. Ein Hohn.

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Feuer im Krankenhaus in Kumba, Patienten sterben

In Bamenda heute morgen Gewehr Salven in vielen Straßen, Ähnliches wird aus Buea gemeldet. Das Militär ist unberechenbar. „Amba Boys“ (Unabhängigkeitskämpfer) haben eine Ausgangssperre im Südwesten und Nordwesten verhängt. Durch diesen „lock down“ konnten über viele Tage hinweg die Menschen nicht die Häuser verlassen. Gleichzeitig erhielten wir Berichte von verschiedenen Seiten, dass das Militär den „lock down“ der Unabhängigkeitsbewegung benützt, um Menschen, die sich dennoch auf die Straße wagen, ohne Vorwarnung zu erschießen. Gerade erst kam so in Kumbo eine Frau und ihre Tochter ums Leben. Es ist furchtbar! Depression und Verzweiflung machen sich breit, auch ganz elementare Not: kein Markt, keine Lebensmittel, kein sauberes Wasser: „Im ganzen Monat Februar hatten wir ganze NEUN Tage „freies Leben“, das heisst die Bevölkerung getraute sich an diesen Tagen vorsichtig auf den Markt, wo Berge von Früchten und Gemüse verfaulten. Alles Werk von sogenannten „Ambas“, die damit ein wunderbares, neues, freies Land kreieren wollen.“


englischsprachiger Bericht aus Kamerun über das Krankenhaus in Kumba

In Kumba (Südwest) hat nach übereinstimmenden Berichten das Allgemeine Krankenhaus (General Hospital) gebrannt, ein gut Teil ist zerstört. Zwei, nach anderen Berichten drei Patienten konnten sich nicht mehr retten und starben in den Flammen, ebenso wurden auch Autos und andere Wertgegenstände zerstört. Die Ausgangssperre über Tage zehrt an den Nerven.

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Bürgerkrieg betrifft auch Menschen in Frankophonen Regionen

Ich bin ein Bürger Kameruns aus der Nordwest-Region stammend, und arbeite seit vielen Jahren in der West-Region (frankophon).

Der Autor ist persönlich bekannt. Aus Sicherheitsgründen veröffentlichen wir keine Namen.
  • Ich habe Anfang Oktober 2018 meine Mutter verloren und musste deshalb mit einer Gruppe von acht Familienangehörigen nach Hause reisen, um die Formalitäten und Vorbereitungen für die Beerdigung zu erledigen. Wir waren sechs Frauen, mein Sohn und ich, den größten Teil der Strecke legten wir auf Motorrad-Taxis zurück, denn die Straßensperren waren überall, was uns zusätzliche Kosten verursacht hat.
  • Auf dem Weg wurden wir ständig angehalten, entweder von Amba (Unabhängigkeits-)Kämpfern, oder von Militärangehörigen der Republik Kamerun (BIR – Brigade Intervention Rapide). Wir waren überrascht vom Verhalten der beiden Streitkräfte. Während die Unabhängigkeitskämpfer uns befragten und vorwarfen, was uns denn einfiele, in solch einer unsicheren Zeit zu reisen, aber auch Orientierung wie wir am besten durch kämen, erhielten wir von den Militärs Drohungen in Form von Gewehrkugeln, die über unsere Köpfe pfiffen und immer näher kamen.
  • Dann wurden wir von den BIR’s angehalten und festgesetzt. Sie brachten uns in die Ndu Polizei Station und klagten uns an, wir seien Terroristen. Nachdem sie uns fünf lange Stunden festgehalten hatten, ließen sie uns endlich gehen, aber nicht, bevor ich ein Lösegeld von 30.000 CFA (20 Tagelöhne, ca 50 EUR) bezahlt hatte.
  • Ich weiß bis heute nicht, was aus den vier Motorrad-Taxifahrern wurde, die uns von Kumbo aus transportiert haben. Sie blieben weiter in Gewahrsam der Soldaten und Polizisten, die sich taub stellten, obwohl ich ihnen ihre Unschuld mehrfach versicherte. Unser Weg führte uns von Misaja Subdivision in die Donga-Mantung Division.
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Ein stark verdrängtes Kapitel

Deutschland war keine harmlose Kolonialmacht. Verbrechen in Namibia, Kamerun und anderen Ländern müssen aufgearbeitet werden.

https://www.taz.de

Die konsequente und breite Aufarbeitung der deutschen Kolonial-verbrechen ist überfällig. Wer die Vergangenheit verdrängt, trifft falsche Entscheidungen für Gegenwart und Zukunft. Nach wie vor gehört jedoch die koloniale Fremdherrschaft über Teile Afrikas, Ozeaniens und andere überseeische Gebiete zu einem der am meist verdrängten Kapiteln der deutschen Geschichte. Hartnäckig hält sich die Meinung, Deutschland sei nur eine kleine und harmlose Kolonialmacht gewesen.

Das trübt auch den Blick auf die internationale Verantwortung, die uns durch unsere Kolonialgeschichte zuwächst. Denn wie der Kolonialismus allgemein stellt auch die deutsche Kolonialherrschaft keine historisch abgeschlossene Episode dar, sondern hinterlässt vielfältige, globale Spuren, die noch immer wirkmächtig sind.

Ehemalige Kolonien wie Namibia und Kamerun vermissen zu Recht ein Agieren Deutschlands, das aus dem Bewusstsein erwächst, als Kolonialmacht zu heutigen dort herrschenden Problemen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik beigetragen zu haben. Hohe Summen von Entwicklungsgeldern sind nur ein Feigenblatt, solange es kein ernsthaftes Bekenntnis zum Völkermord an den Herero und Nama gibt oder sich Deutschland angesichts des sich aufschaukelnden frankophon-anglophonen Konflikts in Kamerunbedeckt hält.

Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung sprach jüngst in einem Interview gar von der vermeintlich zivilisierenden Wirkung des Kolonialismus auf Afrika. Dabei bediente er Vorurteile, die unser Denken über die Kolonisierten prägen.

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Amnesty International: Oppositionellem Prof. Kamto droht die Todesstrafe


Laut Amnesty International drohen dem „Präsidenten der Herzen“ und mutmaßlichen Gewinner der Präsidentenwahl vom Oktober 2018 und seinen Anhängern nun die Todesstrafe. Der diktatorische Präsident Paul Biya (86) schreckt vor nichts zurück, um seine Macht auf ewig zu sichern.
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2019/02/cameroon-opposition-leader-and-more-than-a-hundred-supporters-face-the-death-penalty/
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Bafut Massaker 29. Januar

Junge Männer zwischen 14 und 24 Jahren haben in Kamerun derzeit das höchste Todesrisiko. Es sind nicht Drogen oder Verkehrsunfälle, die ihnen das Leben nehmen, sondern das kamerunische Militär. Wird irgendwo ein Stützpunkt der Unabhängigkeitskämpfer vermutet wie hier in Bafut (Nordwest-Provinz) bei Bamenda, wird jeder junge Mann, der sich in der Gegend aufhält, kurzerhand zum Terroristen erklärt. Nach der Ermordung werden den Unglücklichen oft Gewehre in die Hand gelegt, um die Toten mitsamt ihrer vermeintlichen Waffen wie eine Siegestrophäe zu präsentieren. Die Bilder werden vom Militär in Umlauf gebracht, um den Kampfeswillen der Unabhängigkeitsbewegung zu brechen. Doch das Gegenteil wird erreicht. Jeder Tote radikalisiert weitere junge Männer. Gewalt gebiert neue Gewalt. Ein Krieg ohne Aussicht auf ein Ende.

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Oppositionsführer in Haft

Sitzt in Untersuchungshaft: Maurice Kamto von der Bewegung für die Renaissance Kameruns (MRC)Foto: reuters

COTONOU taz | „Niemand kann ihn zu Gesicht bekommen“, so lautet am Dienstagmittag die Nachricht eines Parteigenossen von Maurice Kamto, der vergangenes Jahr dem kleinen Wahlkampfteam des kamerunischen Oppositionsführers angehört hat. Vermutlich hat er die Mitteilung vorsichtig in einem unbeobachteten Moment getippt. „Wir sitzen beide in Untersuchungshaft“, schickt er wenig später eine weitere knappe Mitteilung. Um die 50 Personen seien aktuell inhaftiert. Danach dringen keine Informationen mehr nach draußen.

Mit der Verhaftung von Maurice Kamto hat die politische Krise nach Kameruns Präsidentschaftswahl vom 7. Oktober einen neuen Höhepunkt erreicht. Am Montagabend wurde der 64-Jährige in der Hafenstadt Douala festgenommen. Er hielt sich im Haus von Albert Dzongang, selbst zweimaliger Kandidat und mittlerweile Kamtos Unterstützer, auf. Berichten zufolge gab es ein massives Polizeiaufgebot, bis er gegen 20 Uhr abgeführt wurde. Er soll in die Hauptstadt Yaoundé gebracht worden sein.

Das ist die Reaktion der Regierung auf die Proteste vom vergangenen Samstag. Kamtos Partei, die Bewegung für die Renaissance Kameruns (MRC), hatte zu diesem Termin wie bereits wiederholt zuvor zu Demonstrationen aufgerufen. Denn er, der bekannteste Oppositionspolitiker des 25-Millionen-Einwohner-Landes, sieht sich und nicht den seit 1982 regierenden Präsidenten Paul Biya als wahren Sieger der Wahl vom Oktober.

Das hatte Kamto damals schon keine 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale verkündet und von einem „klaren Mandat“ gesprochen. Es war jedoch eine kleine Feier gewesen, vor ein paar Dutzend Journalisten und Parteimitgliedern. Autokorsos oder Straßenumzüge hatte es nicht gegeben. In den offiziellen Ergebnissen erhielt der einstige UN-Mitarbeiter, der auch jahrelang unter Paul Biya gearbeitet hatte, dann lediglich 14,23 Prozent.

Am Samstag schien die Mobilisation zu gelingen. In gleich fünf Städten wurde demonstriert, was Kameruns Behörden offenbar Angst machte. 117 Personen wurden festgenommen. Samira Daoud, stellvertretende Leiterin für West- und Zentralafrika der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, forderte am Montagabend: „Die Behörden müssen die Verhafteten unverzüglich und bedingungslos freilassen. Niemand darf verhaftet werden, nur weil er seine Meinung äußert.“

Schüsse sollen gefallen sein

Laut Amnesty sollen Demonstrationsteilnehmer geschlagen worden sein, auch Schüsse wurden offenbar abgefeuert. Regierungssprecher René Emmanuel Sadi hat die Anschuldigungen jedoch zurückgewiesen.

Mehrere Oppositionspolitiker Kameruns solidarisieren sich mit Maurice Kamto. Über Twitter kritisierte Jurist und Menschenrechtsexperte Hilaire Kamga die Entwicklung scharf. Sie sei eine neue Provokation des „illegitimen Regimes von Yaoundé“. In einem weiteren Schreiben forderte er alle Bürger auf, mobilisiert zu bleiben. „Zusammen werden wir gewinnen.“

Akéré Muna, der einen Tag vor der Wahl im Oktober seine Kandidatur zurücknahm, und zur Wahl Kamtos aufrief, sagte, die Regierung würde beim Versuch, ihre Stärke zu zeigen, stattdessen Schwächen aufdecken. Sie würde ein Land verwalten, das auf den Aufstand zusteuert, prophezeit der Jurist.

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Oppositionsführer verhaftet – Botschaften in Paris und Berlin besetzt

Die Botschaft der Republik Kamerun in Berlin-Westend ist in der Nacht zum Sonntag analog zur kamerunischen Botschaft in Paris besetzt worden. „Etwa zehn Personen drangen in das Gebäude ein und stellten politische Forderungen“, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Dabei kam es auch zu Beschädigungen in dem Gebäude. Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot in der Ulmenallee an und versuchte, die Menschen aus der Botschaft zu bringen. „Zu den Hintergründen können wir noch nichts sagen. Das müssen wir uns noch genauer ansehen“, sagte der Sprecher weiter. Verletzte habe es bei dem Einsatz bislang nicht gegeben, hieß es. Der Einsatz laufe noch. (dpa)

Hintergrund der Botschaftsbesetzungen ist die von Diktator Paul Biya verlorene Präsidentschaftswahl vom Oktober 2018. Im Zusammenhang mit Demonstrationen in vielen großen Städten Kameruns wurde Ende Januar der Oppositionsführer und eigentliche Wahlgewinner Maurice Kamto verhaftet.

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Massaker in Mpondu Balong / Muyuka Division

25. Januar in Mpondu Balong Muyuka. Die jungen Männer haben Fußball gespielt. Das Militär hat sie umzingelt und erschossen. Keiner überlebte das Massaker.

Es häufen sich Meldungen, dass das kamerunische Militär gezielt junge Männer erschießt. Manche Berichte sprechen davon, dass die Soldaten Anweisung haben, alles, was männlich ist und älter als 12 Jahre, zu töten. In einem Dorf wurde ein Mädchen von Kugeln getroffen. Auf die verzweifelte Frage, warum die Soldaten auf Mädchen schießen, erhielt man zur Antwort: „es hat doch ein rotes Shirt getragen, und die Amba Boys tragen rote Shirts.“

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